Stellungnahme zur Gauland-Rede bei der Jungen Alternative in Thüringen

//Stellungnahme zur Gauland-Rede bei der Jungen Alternative in Thüringen

Stellungnahme zur Gauland-Rede bei der Jungen Alternative in Thüringen

2018-06-03T23:16:16+00:00 03. 06. 2018|Presse|

Pressemitteilung der Interessengemeinschaft Alternative Mitte Deutschland vom 03.06.2018

Der AfD-Bundesvorsitzende Alexander Gauland hat am vergangenen Samstag, dem 02.06.2018, im thüringischen Seebach an einem Kongress der Jungen Alternative (JA) teilgenommen. Dabei sagte er, Hitler und die Nationalsozialisten seien nur ein Vogelschiss in 1000 Jahren deutscher Geschichte. Selbst wenn sich das nur auf das zeitliche Verhältnis der 12 Jahre NS-Zeit zur gesamten deutschen Geschichte bezogen haben sollte, lässt die kaum zu überbietende Zweideutigkeit dieser Äußerung genügend Raum für die Interpretation, dies beziehe sich auch auf Inhalt und Bedeutung der NS-Zeit. Vom sprachlichen Niveau dieser Äußerung einmal ganz abgesehen. Einem Politiker, der über ein Mindestmaß an Fingerspitzengefühl und Verantwortungsbewusstsein für unsere Geschichte verfügt, darf das nicht passieren.

Alexander Gauland hätte als Partei- und Fraktionsvorsitzender der AfD eigentlich die Aufgabe, das für die Partei zu tun, was Angela Merkel für die Bundesrepublik Deutschland tun sollte und genauso wenig macht. Nämlich seine ganze Kraft dem Wohl der Partei zu widmen, ihren Nutzen zu mehren, Schaden von ihr abzuwenden, Satzung und Parteiprogramm zu wahren und zu verteidigen und seine Pflichten gewissenhaft zu erfüllen. Auch wenn er darauf keinen Eid abgelegt hat.

Dazu wäre eigentlich gar nicht mehr erforderlich als die Partei in der Öffentlichkeit so zu repräsentieren, wie sie aufgrund der bürgerlichen Mehrheit ihrer Mitglieder wirklich ist. Es gehört dazu, ein positives und angemessenes Bild der Partei in der medialen Wahrnehmung zu fördern und nicht, durch eigene Äußerungen das genauen Gegenteil zu tun. Nämlich der Öffentlichkeit ein Bild von der AfD als am rechten Rand offene Partei zu vermitteln.

Die AfD hat 30.000 Mitglieder, deren Interessen zu vertreten wären. Die Junge Alternative (JA) hat 2.000 Mitglieder, wovon nicht wenige gar nicht Mitglieder der AfD sind. Wie man es für eine gute Idee halten kann, auf einer so kleinen und für die Partei eher unbedeutenden Veranstaltung so viel Porzellan zu zerschlagen und der AfD damit einen Bärendienst zu erweisen, ist ein Geheimnis, das wahrscheinlich nur Alexander Gauland selbst kennt. Aufgrund der bei der Veranstaltung anwesenden Presse, kann man leider nicht ausschließen, dass das bewusst geschah und die mediale Wirkung kalkuliert ist.

Als Politiker und Mitglieder der AfD entschuldigen wir uns öffentlich bei allen Opfern des Naziregimes sowie deren Familien für die als unglaubliche Bagatellisierung der Nazizeit empfundene Äußerung unseres Parteivorsitzenden. Wir bitten auch Alexander Gauland selbst, bei allem Respekt vor seiner Person und seinen Verdiensten für die AfD, sich öffentlich zu entschuldigen.

Die Sprecher der Interessengemeinschaft Alternative Mitte in der AfD