Frieden in der AfD Niedersachsen erneut gefährdet: Aktionsbündnis PEGASUS formiert sich

//Frieden in der AfD Niedersachsen erneut gefährdet: Aktionsbündnis PEGASUS formiert sich

Frieden in der AfD Niedersachsen erneut gefährdet: Aktionsbündnis PEGASUS formiert sich

2018-08-10T13:38:57+00:00 10. 08. 2018|AM Blog|

Offener Brief der Alternativen Mitte an die Mitglieder der AfD Niedersachsen vom 10.08.2018

Liebe Mitglieder der AfD Niedersachsen,

die AfD Niedersachsen scheint seit der Wahl eines neuen Landesvorstandes im April dieses Jahres auf einem guten Weg zu sein. Doch wie es aussieht, könnte es sich dabei nur um die Ruhe vor dem Sturm handeln. Mehrere niedersächsische Kreisverbände haben nun ein gemeinsames „Aktionsbündnis“ namens PEGASUS GERMANUS gegründet. Nach Angabe eines der Initiatoren des Bündnisses handelt es sich um 10 Kreisverbände. Wie der Name bereits verrät, soll es sich dabei um einen direkten Ableger des von Björn Höcke geführten nationalkonservativen Flügels in Niedersachsen handeln, der damit weiter an Struktur gewinnt. Man möchte damit vielleicht auch ein Gegengewicht zur Alternativen Mitte Niedersachsen bilden. Gemeinsam ist den meisten Initiatoren des „Aktionsbündnisses“ aber nicht nur ihre Verbindung zum Höcke-Flügel, sondern viele sind auch nach wie vor Anhänger des früheren Landesvorsitzenden Armin Paul Hampel und seines mutmaßlichen Kronprinzen Dietmar Friedhoff, der bereits beim letzten Landesparteitag für den Landesvorsitz kandidiert hat. Beide sind Bundestagsabgeordnete. Hampel wurde im Januar 2018 vom AfD-Bundesvorstand abgesetzt. Der Bundesparteitag hat das im Juli bestätigt. Da selbst Teile von PEGASUS vermutlich erkannt haben, dass Paul Hampel seinen Zenit überschritten hat, soll womöglich Dietmar Friedhoff zur Galionsfigur des neuen niedersächsischen Flügels aufgebaut werden. Die zu PEGASUS gehörenden Kreisverbände versuchen im Moment, ihre Mitglieder und auch Mitglieder anderer Kreisverbände zu einem „Oktoberfest“ am 7. September 2018 in Isernhagen einzuladen, was betont harmlos klingt. Dazu haben sie als Stargast Björn Höcke persönlich eingeladen, der neben Dietmar Friedhoff und Anderen dort sprechen soll.

Noch gibt sich PEGASUS bedeckt, welche Kreisverbände dem Bündnis angehören. Als sicher gelten der Kreisverband Diepholz mit dem Vorsitzenden Andreas Iloff, Nienburg-Schaumburg mit Daniel Carl, Weserbergland mit Dr. Manfred Otto und Northeim mit Maik Schmitz.

Man muss davon ausgehen, dass hinter der noch relativ harmlos klingenden Fassade der Flügel ganz massiv nach Niedersachsen drängt und das Ziel darin besteht, erneut einen Richtungswechsel in Niedersachsen herbeizuführen. Wobei die Frage ist, ob ein Auftritt von Björn Höcke noch harmlos ist. Darüber mag man geteilter Meinung sein. Der Landesverband Niedersachsen soll in Flügelhand kommen. Hampel soll wiedereingesetzt oder wahlweise Friedhoff als Landeschef inthronisiert werden. Die aus den Reihen von PEGASUS ausdrücklich genannte Zahl von 10 Kreisverbänden, die für einen erneuten 10er-Beschluss zur Einberufung eines Sonderparteitages zur Abwahl des Landesvorstandes erforderlich wären, deutet jedenfalls darauf hin, dass man diese Möglichkeit ergreifen wird, sobald man sich ausrechnet, dass dies erfolgreich sein könnte. Zu diesem Zweck muss PEGASUS wachsen und da ist das geplante Oktoberfest einer der ersten Schritte.

Es zeigt sich hier, wer die wahren Spalter sind, die daran arbeiten, erneut Unruhe in den gerade erst zur Ruhe gekommenen Landesverband zu bringen. Bereits in der Vergangenheit suchte man sich die Unterstützung der Flügelanhänger, um bestimmte Leute in Vorstände und Parlamente zu bringen. Nun geht man weiter und stellt für die Zukunft klar, man sei die niedersächsische Filiale des Flügels. Womit alle Flügelanhänger zu Unterstützern von PEGASUS und damit letztlich von Hampel oder Friedhoff werden sollen.

Wie das endet, hängt ganz entscheidend von den Mitgliedern der AfD Niedersachsen ab. Lassen diese sich von dem trojanischen Pferd mit Flügeln namens PEGASUS hinters Licht führen oder erteilen sie diesem Versuch, den Landesverband zu spalten und zu einer Flügel-Filiale zu machen, eine klare Absage?

Die Alternative Mitte hat sich sowohl vor als auch nach der Wahl des neuen Landesvorstandes weitestgehend neutral verhalten. Sie nimmt natürlich erfreut zur Kenntnis, dass sich die Gesamtsituation im Landesverband seither erheblich verbessert hat. Niemand kann erwarten, dass auf der verbrannten Erde, die die Hampel-Entourage in Niedersachsen hinterlassen hat, binnen weniger Monate blühende Landschaften des Friedens und der Gemeinsamkeit entstehen. Der Weg dahin ist steinig und erfordert Sensibilität. Der neue Landesvorstand macht das mit viel Engagement und Fingerspitzengefühl. Er versucht dabei, so neutral wie möglich zu bleiben. Manchmal übrigens auch durchaus zum Leidwesen der Alternativen Mitte, die gerade deshalb nicht unbedingt die Unterstützung des Landesvorstandes erfährt. Aber eben auch keine Ablehnung in der Weise, wie sie vom Hampel-Vorstand ganz unverblümt zur Schau getragen wurde. Es gibt seitens des Landesvorstandes keine Ablehnung der Alternativen Mitte und auch nicht des Flügels. Es gibt im Landesvorstand Unterstützer des Flügels und der Alternativen Mitte. Beide sind nicht dominant. Die Mehrheit des Landesvorstandes ist vermutlich nicht in einem Lager zu verorten. Ist das denn nicht das Beste, was dem Landesverband passieren kann?

PEGASUS will den Landesverband Niedersachsen mit allen Mitteln in seine Gewalt bringen. Dazu sollen sogar Workshops und Schulungen gehören. Es geht um nicht mehr und nicht weniger als eine Parallelstruktur zum Landesvorstand zu etablieren und neue Mehrheiten im Landesverband zu schaffen. Mehrheiten, die ganz klar völkisch-national orientiert sind und mit Wertkonservatismus, den sich PEGASUS offiziell auf die Fahnen schreibt, nichts mehr zu tun haben.

Die Alternative Mitte sieht das Entstehen des Aktionsbündnisses PEGASUS GERMANUS in der AfD Niedersachsen mit Sorge, zumal wir entschieden bestreiten, dass der Kurs des Flügels, wie er in einzelnen Bundesländern praktiziert worden ist und bisweilen wird, gesund für die Entwicklung unserer Partei ist. Ultrarechte Töne und ebensolches Gedankengut, die eher an rechtsnationale Kleinparteien der Vergangenheit denn an mehrheitsfähige Volksparteien der Zukunft denken lassen, brauchen wir in Niedersachsen nicht. Entsprechend empfehlen wir den Mitgliedern, dieses Bündnis nicht zu unterstützen.

Die Sprecher der Interessengemeinschaft Alternative Mitte Niedersachsen

 

Foto: Symbolbild, pixabay